Von einem, der auszog, “Keto zu lernen”

Der Selbstversuch – 10 Tage Ketose.

Als Geschäftsführer der Ketobrot GmbH werde ich immer wieder gefragt “Lebst du eigentlich auch ketogen?”. Klare Antwort: Nein. Jedoch lege ich ab und zu eine Ketozeit ein. Besonders nach Weihnachten, wenn man wieder zu nichts nein sagen konnte. 

Vielleicht wolltet ihr auch schon immer mal ketogene Ernährung ausprobieren, findet aber keinen richtigen Anfang.

Ich habe diesen Selbstversuch gestartet, um zu dokumentieren, dass der Hype um Ketose und die strengen Ernährungsmythen gar nicht so heftig sind. Die meisten stressen sich  zu sehr mit der Frage “Was kann ich wann essen?!”. Bei meinem Versuch habe ich allerdings gemerkt, dass es gar nicht so schwer ist – zumindest für eine gewisse Zeit. 

Zur Überprüfung der Ketose habe ich mir ein Ketose-Messgerät besorgt. Dieses misst  über das Blut, wie hoch die Konzentration der sogenannten Ketonkörper ist, die sich nach Einsetzen des Fettstoffwechsels als neue Energielieferanten für den Körper bilden. Somit war es mir möglich, genau festzustellen, wie sich bestimmte Nahrungsmittel ausgewirkt haben.

Meine Messwerte

Begonnen habe ich erst am 3. Tag mit den Messungen. Gemessen habe ich immer vormittags auf nüchternen Magen, damit ich die Werte besser miteinander vergleichen kann:

  • Tag 3 – Messung 0,3 mmol 
  • Tag 4 – Messung 0,4 mmol 
  • Tag 5 – Messung 0,7 mmol 
  • Tag 6 – Messung 1,1 mmol
  • Tag 7 – Messung 1,7 mmol
  • Tag 8 – Messung 2,5 mmol
  • Tag 9 – Messung 1,9 mmol (ich vermute, der Rückgang kam durch eine kleine Sünde am Tag zuvor: Reisnudeln und ein “kleines” Bier)
  • Tag 10 – Messung 2,7 mmol

Kurz zu meinem “Setup”

Ich betreibe seit 2 Jahren Intervallfasten. Das heißt, dass ich nur in einem 8-9h Zeitfenster etwas esse. Ich esse somit generell kein Frühstück und nehme für gewöhnlich meine erste Mahlzeit gegen Mittag zu mir. Das spart mir zum einen eine Mahlzeit, in der ich mich nicht um meine Kohlenhydrate kümmern muss, zum anderen ist es super für den Körper, da er hierbei genug Zeit hat, alles zu verdauen. Zudem treibe ich 3-4x die Woche Sport und esse gegen 20/21 Uhr meine letzte Mahlzeit. Ich nehme bis auf paar Snacks nur zwei große Mahlzeiten zu mir.

Auf die Ernährungsumstellung mit kaum Kohlenhydraten und somit auch mit sehr wenig Zucker muss sich dein Stoffwechsel erstmal einstellen. In meinem Fall fühlte ich mich in den ersten 4-5 Tagen müde, konnte mich kaum konzentrieren und hatte leichte Kopfschmerzen. Diese Symptome habe ich mit viel Wasser und Gemüsebrühe (Elektrolyte) bekämpft. Da ich jedoch schon vor diesem Selbstversuch kaum Süßes gegessen habe, empfand ich den Zuckerentzug zwar als nicht angenehm, jedoch ertragbar. Ich habe aber auch schon von anderen gehört, die regelrechte Grippesymptome hatten.

Was ich in den 10 Tagen meines Keto-Selbstversuchs gegessen habe

  • 1. Tag 

Mittag: Ketobrot mit Butter, Wurst und Käse

Abend: Spargel mit Sauce Hollandaise und Rindersteak

  • 2. Tag 

Mittag: Leftover vom Vortag (ja, ich hatte viel gekocht ;-))

Abend: Pilze, geschnetzeltes Rind, Sahne und Brokkoli

  • 3. Tag 

Mittag: Döner Teller mit Oliven und Haloumi 

Abend: Salat, Mozzarella, Oliven und Sojageschnetzeltes (Olivenöl)

  • 4. Tag 

Mittag: Ketobrot mit Butter und diversen Sorten Käse 

Abend: Steak au four mit extra Käse überbacken

  • 5. Tag 

Mittag: Ketobrot mit Spiegelei und Käse 

Abend: Steak mit Frischkäse und einer Scheibe Ketobrot

  • 6. Tag 

Mittag: Blumenkohl-Risotto mit Pilzen und Bacon  

Abend: Blumenkohl-Risotto, veganes Hack, Blattsalat mit Oliven und Himbeeren (Olivenöl)

  • 7. Tag 

Mittag: Konjak-Nudeln alla Cabonara (3x Eier, Bacon, Frischkäse, Parmesan) mit Brokkoli 

Abend: grüner Salat mit Oliven und Käse (Olivenöl), dazu Ketobrot mit vegetarischer Wurst und Frischkäse

  • 8. Tag 

Mittag: Döner Teller mit Fleisch, Oliven, Eisbergsalat, Hirtenkäse und Halloumi

Abend: Konjak-Nudeln, Asia-Gemüse, Kokossuppe und etwas Reisnudeln, 0,5 l Bier (kleine Sünde 😉

  • 9. Tag 

Mittag: Ketobrot mit Frischkäse und Leberwurst, Salat mit Mozzarella 

Abend: Blumenkohl-Pizza mit Frischkäse, Hähnchen, Oliven und viel Käse überbacken

  • 10. Tag

Mittag: Ketobrot mit Spiegelei und Käse 

Abend: Grüner Salat, Ruccola, Spinat, Paprika, Mozzarella, Oliven und Grillkäse (Olivenöl und Zitronensaft als Dressing)

Mein Fazit

10 Tage reichen mir fürs Erste, um einen guten Eindruck zu bekommen. Ich habe ca. 4,5kg abgenommen und bin den Großteil meines “Coronaspecks” losgeworden. 

Es ist anfangs nicht so einfach rein zukommen, ich hatte große Konzentrationsschwierigkeiten und war leicht reizbar (Oh Mann, Autofahren in der Rush hour hat mich so genervt!!!). Zudem gehört eine Menge Disziplin dazu, im Biergarten oder bei der Grillparty kein Bier mit zu bestellen, sondern bei Wasser zu bleiben. Wenn man nur eine kurze Ketodiät, wie ich machen möchte, meidet man solche Orte während dieser Zeit aus meiner Sicht am besten. Das frustriert nur. Ansonsten ist es fast unmöglich, sich unterwegs gesund zu ernähren. Bei mir lief es meistens auf Fleisch (Döner, Steak, Grillwurst) hinaus. So ungesundes Essen nervt! Ketogenes Brot dagegen hat mir extrem dabei geholfen, etwas zu essen, was gesund und nicht fast food ist, wenn ich mal zu faul zum Kochen war oder mir einfach nichts eingefallen ist.

Meine persönliche “Next Challenge” wird eine 4 Wochen-Ketodiät sein. Dann jedoch ohne kleine Sünde und rein vegetarisch, was eine echte Herausforderung für mich wird!! 😉

Falls ihr Tipps oder Rezept Ideen für mich habt, freue ich mich über eure Kommentare.

Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr gerne auch eure Erfahrungen mit mir teilen. Schreibt mir einfach an f.kraemer@keto-brot.com. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, zu lesen, wie eure Ketodiät war oder wie euch die Ernährungsumstellung auf “no carb” bzw. Keto gelungen ist. Auf Wunsch werde ich diese auch gerne veröffentlichen, um noch mehr Menschen diese Ernährungsform näher bringen zu können.

Liebe Grüße 

Fabian, CEO der Ketobrot GmbH